Worte als Zeitmaschinen: Wie Alliterationen Erinnerungen wachrufen
Hast du schon einmal bemerkt, wie ein einfaches Wort Erinnerungen wecken kann?
Und wenn ein einfaches Wort Erinnerungen wecken kann, wie stark können dann erst Alliterationen wirken?
In diesem Blog nähere ich mich dem Thema wie Alliterationen funktionieren, warum sie so einprägsam sind und welchen Einfluss sie auf unser Verhalten haben. Von der Werbung bis zur Hypnose – die Macht der Alliterationen ist allgegenwärtig.
Alliterationen werden in der Werbung gerne großzügig genutzt
Alliterationen haben einen ganz eigenen Rhythmus und sind supereinprägsam.
Actimel aktiviert Abwehrkräfte
Coca-Cola
Die albernen Alliterationen bei Bauer sucht Frau oder Schwiegertochter gesucht sind lächerlich legendär.
Die "Geiz ist geil" Kampagne ist unvergessen.
Warum "Superhelden" so super klingen: Die geheime Formel hinter eingängigen Namen
Die Namen der Superhelden von Marvel sind Alliterationen.
Bruce Banner, Peter Parker, Stephen Strange, Benjamin Blümchen.
Oder
Max und Moritz, Donald Duck, Gustav Gans
Überall Alliterationen. Weil sie so einprägsam ist und uns im Gedächtnis bleiben.
Wie Fridays for Future
Alles Alliterationen.
Von der Alliteration zur Erinnerung: Ein komplexer Prozess
Alliterationen können hochwirksam unsere Emotionen und Erinnerungen beeinflussen.
Durch ihre klangliche Wiederholung, den Rhythmus und ihre Fähigkeit, Assoziationen auszulösen, hinterlassen sie tiefe Spuren in unserem Unbewussten. Wenn wir uns an eine Alliteration erinnern, aktivieren wir nicht nur das Wort selbst, sondern auch die damit verbundenen Emotionen und körperlichen Empfindungen.
Gedanken können auf sehr kraftvolle Art und Weise unsere Körper beeinflussen. Das ist durch die gelenkte Vorstellungskraft bereits Hypnose.
Embodied Cognition - das verkörperlichte Denken.
Emotionen drücken sich zuerst in Bezug auf den Körper aus
Unser Körper ist die Bühne, auf der sich alles abspielt, weil das Denken in und mit einem Körper geschieht, führt das zu Erleben.
Von Worten zu Emotionen: Die hypnotische Wirkung von Alliterationen
Neulich morgen im Bad erzeugte ich ganz versehentlich beim Hören einer Sendung im Radio eine angenehme Selbsthypnose.
Jede von außen kommende Hypnose kann nur dann wirken, wenn es auch eine Selbsthypnose ist. Und was für eine schöne und wirkungsvolle Selbsthypnose war das!
Es war eine Sendung über ein Freiburger-Frauen-Freibad Fantastisch
Wenn wir eine Alliteration hören oder lesen, passiert in unserem Gehirn eine ganze Menge an
kognitiver Verarbeitung:
Mustererkennung: Unser Gehirn ist darauf trainiert, Muster zu erkennen. Die wiederholten Anfangsbuchstaben in einer Alliteration bilden ein solches Muster, das leicht wahrgenommen und erinnert wird.
Assoziationen: Dieses Muster löst oft Assoziationen aus. Freiburger-Frauen-Freibad. Durch diese wirkende Wiederholung wurden Wahrnehmungen geweckt. Tief aus meinem Erinnerungsspeicher. Meinem Langzeitgedächtnis.
Durch die Regelmäßigkeit, die Wiederholung wurden aus meinem Erinnerungsspeicher im Langzeitgedächtnis Wahrnehmungen ins Hier und Jetzt zurückgespült.
Wie die trillernden Töne der Pfeife, die der kurzbehoste braun gebrannte Bademeister pfiff, bevor er seine Befehle bellte. Er patrouillierte ums Becken, sein Wort war Gesetz. Ein König in einem Reich aus Kacheln, Kindern und Chlor.
Assoziationen an Kindheit, den Geruch von Chlor, das Geräusch, das das Wasser macht, wenn Hunderte Kinder rein springen, Lachen. Und dieser klebrig süße Geschmack von Leckmuscheln, der sich mit dem Geruch von Freibadpommes vermischt.
Zitternd und mit blauen Lippen unter dem Kinder-Frotteehandtuch. Käfer auf der kleinen Kapuze. Kurzes pikendes Gras, Kippen und Kaninchenködel, während die wärmende Sonne im Rücken langsam die Tropfen trocknet. Sommerferien. Der Sommer liegt verheißungsvoll vor mir. Kindliche Neugier und Erwartungsfreude. Sonnenmilch und Sommerferien.
glücklich grinsend und gluckernd eingetaucht durch die wogende warme Welle der Worte: Freiburger-Frauen-Freibad.
Sommer, Sonne, Sonnenschein. Fröhliche Freiheit im Freibad.
Wie entsteht aus der Erinnerung ein Gefühl
Dieses Hirnareal ist für die Verarbeitung von Emotionen zuständig. Wenn eine Erinnerung abgerufen wird, sendet die Amygdala Signale, die körperliche Reaktionen auslösen können (z. B. erhöhter Herzschlag, Schwitzen).
Dieser Bereich ist für höhere kognitive Funktionen wie das Bewusstsein von Emotionen zuständig. Er bewertet die Situation und ordnet die Emotionen ein.
Somatische Marker: Unsere Körperreaktionen (z. B. ein Kloß im Hals, ein leichtes Herz) sind eng mit unseren Emotionen verknüpft. Wenn wir uns an eine Situation erinnern, können diese körperlichen Empfindungen wieder auftreten und das Gefühl verstärken.
Vom Freibad zur Hypnose: Eine Reise durch die Welt der Worte
Die Filmvorführerin in mir ließ eine ganze Reihe von Erinnerungsfilmen in blitzartiger Geschwindigkeit vor meinem inneren Auge ablaufen. Das Freibad in Oberreute, wo meine Tante mir trickreich und ohne zu zögern ein Pflaster vom Knie zupfte, an das ich mich nicht rantraute, weil es so fest war und ich wusste, dass es ziepen würde.
Bunte Badekappen mit Blüten. Die, die man so aufpulen konnte. Und die diesen komischen Geruch nach Gummi hatten.
In meiner Erinnerung sehe ich die Berge am Horizont und all das Grün unter dem strahlendblauen Bayerischen Himmel, während ich die weiche karierte Wolldecke, auf der ich sitze, spüre. Und das Ziepen, das das Abreißen des durchgeweichten Pflasters auf meinem Knie macht.
Das Freibad in Hamburg, neben dem meine Oma wohnte. Glückliche Kindheitserinnerungen. Geborgen in dem Geruch von Chlor und Cocos-Sonnenöl. Und Freibadpommes. Mit Ketchup.
Die Erinnerung an feuchte Omaküsse und Pflaumenknödel. Alles das vermischt sich. Einfach so
Die schnellen Wege auf den heißen Steinen und achtgeben, dass einen niemand ins Becken schubst. Noch schnell durch diese gekachelte Wanne zum Füße desinfizieren und die auf den heißen Boden verdampfenden Fußspuren beobachten. Und dieses ganz besondere Aroma in der Nase, wenn sich die nassen Fußspuren auf dem staubigen Steinboden in der Sonne sanft auflösen. Erkennen, wer anhand der Fußabdrücke Plattfüße hat. Bis die Fußspuren verschwanden.
Alle diese vielen fröhlichen Freibaderinnerungen vermischen sich zu einem Gefühl. Aufgehoben.
Aufgehobenen in sicherer Erwartungsfreude. Ein langer schöner Sommer. Und wer weiß, was noch...
Sprache und Erinnerung:
Worte sind wie Anker, die unsere Erinnerungen im Gedächtnis verankern. Bestimmte Wörter oder können sofort eine Flut von Erinnerungen auslösen.
Unser Gehirn ist ein komplexes Netzwerk aus Milliarden von Neuronen. Wenn wir ein Wort hören oder lesen, aktivieren wir spezifische neuronale Netzwerke. Diese Netzwerke sind wiederum mit anderen Netzwerken verbunden, die Informationen über die Bedeutung des Wortes, seine Assoziationen und die damit verbundenen Emotionen speichern.
Und alles, was emotional aufgeladen ist, speichert sich in unseren Organismen. Neuronen, die zusammen feuern vernetzen sich - das Hebbsche Gesetz.
Menschen können sich in Ihre Erlebnisnetzwerke hineintagträumen, fantasieren oder imaginieren. Und so werden Gefühlsprozesse in Fantasien übersetzt.
Alles das ist Hypnose, alles das sind hypnotische Prozesse.
Worte sind sind mit Emotionen verbunden. Diese emotionalen Verbindungen sind in unserem Gehirn gespeichert und können später durch das Hören oder Lesen des Wortes wieder aktiviert werden.
Worte beeinflussen unsere Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. Worte können uns in bestimmte emotionale Zustände versetzen und uns an vergangene Ereignisse erinnern lassen oder uns zukünftige Ereignisse herbei imaginieren lassen - als wären sie schon eingetreten.
Durch die Aktivierung komplexer neuronaler Netzwerke und die Verbindung mit unseren persönlichen Erfahrungen können Worte uns in bestimmte emotionale Zustände versetzen und uns an die mit den vergangenen Ereignisse verbundenen Emotionen erinnern lassen. Das wirkt auch auf die Zukunft. Das Wort "Steuererklärung" löst bei mir ganz andere Emotionen aus, als das Wort "Spaghettieis".
Die versteckte Kraft der Sprache: Alliterationen und Suggestionen
Weil ich Hypnotiseurin bin, fühle ich mich gewissermaßen verpflichtet, hier geschichtlich ein wenig auszuholen.
Suggestionen: Wie Worte unsere Gedanken und Handlungen beeinflussen
Suggestionen sind indirekte oder direkte Einflüsse auf unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen. Bewusst oder unbewusst eingesetzt können Suggestionen einen enormen Einfluss über unser Verhalten bewirken.
Was sind Suggestionen?
Der Begriff „Suggestion“ hat seine Wurzeln im lateinischen Wort „suggestio“, was so viel wie „Einschüchterung“ oder „Anregung“ bedeutet. Es setzt sich aus dem Verb „suggerere“ zusammen, das „unterbreiten“, „vorschlagen“ oder „anregen“ bedeutet.
Die Schule von Nancy, gegründet im späten 19. Jahrhundert, war eine bedeutende Bewegung in der Hypnoseforschung, die sich auf die Idee konzentrierte, dass Hypnose ein Zustand ist, der durch Suggestion und nicht durch einen besonderen hypnotischen Zustand hervorgerufen wird.
Die Schule von Nancy wurde von dem französischen Arzt und Neurologen Hippolyte Bernheim gegründet. Er war ein Pionier in der Hypnoseforschung und betonte die Bedeutung der Suggestion in der Hypnose, was zu einem besseren Verständnis ihrer therapeutischen Anwendungen führte. Bernheims Arbeiten trugen maßgeblich zur Etablierung der Hypnose als ernst zu nehmende medizinische und psychologische Behandlung bei.
Was Suggestionen bewirken können
Suggestionen wirken oft unterhalb unserer bewussten Wahrnehmungsschwelle. Dadurch umgehen sie unser kritisches Denken und können uns so leichter beeinflussen.
Viele unserer Entscheidungen und Handlungen sind automatisiert und basieren auf Gewohnheiten und unbewussten Mustern. Gelungene und wirkungsvolle Suggestionen, die als glaubhaft den Türsteher des Bewusstseins passiert haben, können diese automatisierten Prozesse beeinflussen.
Beispiele für Suggestionen im Alltag:
Werbung: Werbesprüche und Bilder sollen uns bestimmte Produkte oder Dienstleistungen attraktiv erscheinen lassen.
Milch macht müde Männer munter
KaufKraft
Die Inhalte, die wir in sozialen Medien konsumieren, können unsere Wahrnehmung der Realität beeinflussen und unsere Meinungen prägen.
Wir wissen, dass Twitter nicht die Wahrheit ist. Es ist belegt, dass die Nutzung von sozialen Medien bei Jugendlichen Essstörungen und selbstverletzendes Verhalten fördert. Die Kraft der Suggestionen.
In der Hypnosetherapie werden Suggestionen gezielt eingesetzt, um selbstverständlich in kooperativer Zusammenarbeit und zum höchsten Wohle des Klienten Verhaltensänderungen zu bewirken.
Was allein das Hören dieser Sendung mit diesem wunderschönen Titel für eine Assoziationskette in mir auslösen konnte. Gebadet in wohligen Wellen wärmender Erinnerungen.
Diese reaktivierten Emotionen erzeugen aus mir heraus Geborgenheit. Gewickelt in glückliche Kindheitserinnerungen. Trocknend geborgen wie in dieses kleine Badetuch. Mit der Käferkapuze.
Gefühlte gute glückliche Laune. Und ich weiß jetzt, in welchem Schatzkästchen meines Erinnerungsspeichers ich sie finde, sollte ich genau diese wieder einmal wünschen.
Stell Dir doch mal vor, was eine gezielte Selbsthypnose an wohltuenden Erinnerungsgefühlen wachzurufen vermag.
In der Regressionshypnose lassen sich Erinnerungen an eine Situation im Leben wieder wachrufen. Eine Situation, und wenn sie nur wenige Sekunden gedauert hat, in der man sich aufgehoben, geschützt und geliebt gefühlt hat.
Wie stärkend kann das in der Gegenwart wohl wirken.
Gibt es bestimmte Wörter oder Phrasen, die dich immer an einen bestimmten sicheren Ort oder eine bestimmte wichtige Person erinnern?
Susanna Pursche Hypnose in Hamburg
Susanna Pursche Hypnose in Hamburg
Schenkendorfstraße 19 /22085 Hamburg
Tel.: 040-30382122