Hier geht es um das im
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Beitrag erwähnte Ankern, mit dem Du sehr gezielt und wissentlich bestimmte von Dir gewünschte innere Zustände reaktivieren kannst. Und sogar Verhaltensweisen, die Dich an Dir stören auflösen kannst.
Was ist Ankern
Die absichtsvolle und bewusste Verknüpfung von Reiz und Reaktion wird im NLP Ankern genannt.
Bewusstes und Zielgerichtetes Auslösen und auch Auflösen von Verhaltensweisen.
Die erlernbare Fähigkeit, einen Anker im bestgeeigneten Zustand zu erzeugen, bewirkt Flexibilität, Handlungsfähigkeit und Souveränität.
Als Anker werden äußere Reize, die bestimmte innere Reaktionen hervorrufen, bezeichnet
Anker sind ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Orientierung und des Lernens.
Vom Ankern und Lernen und den neurologischen Hintergründen
Eng verbunden mit dem Lernen ist die klassische Konditionierung. Die klassische Konditionierung ist eine grundlegende Form des Lernens.
Ein bestimmter Reiz oder ein bestimmtes Ereignis sagt das Auftreten eines anderen Reizes oder Ereignisses voraus.
So wird eine neue Assoziation gelernt.
Der russische Physiologe Iwan Pawlow (1849-1936) entdeckte zufällig dieses Phänomen, als er an etwas gänzlich anderem forschte.
Pawlow beobachtete einen vermehrten Speichelfluss bei seinen Versuchshunden auf einen bestimmten Reiz hin. Anfangs waren es die Schritte der Pfleger, die den Hunden das Futter brachten. Später wurde dann eine Glocke als sogenannter Auslösereiz eingeführt und die Hunde reagierten mit erhöhtem Speichelfluss in der Erwartung auf das Futter.
Die Entdeckung der klassischen Konditionierung.
Der bewussten Kopplung von Reiz und Reaktion.
Das Lernen nach der klassischen Konditionierung seit den Tagen Pawlows Zufallsentdeckung wurden weitreichende Untersuchungen zu den Prinzipien des Lernens durchgeführt und weiter geforscht. Grundsätzlich und vereinfacht lässt sich sagen, dass eine Konditionierung umso stärker auftritt, je schneller, deutlicher und intensiver der neue Reiz ist.
Oder wie es in „Strukturen subjektiver Erfahrung“ von Robert Dilts, John Grinder und Richard Bandler beschrieben ist:
„ Grundlage beim Ankern ist die Annahme, dass alle Erfahrungen als Gestalten sinnlicher Information repräsentiert werden. Immer, wenn ein Teil einer gewissen Erfahrung wieder eingeführt wird, werden auch andere Teile dieser Erfahrung in einem gewissen Maß reproduziert. Jeder beliebige Teil einer Erfahrung kann also als Anker benutzt werden, um einen anderen Teil dieser Erfahrung auszulösen .“
Ein Anker ist ein Auslöser, ein Stimulus, ein Trigger, der eine bestimmte und immer gleiche Reaktion bewirkt.
Anker beeinflussen unsere inneren Zustände, unsere Gefühle pausenlos. Viele unserer inneren Einstellungen sind durch Anker, durch unbewusste äußere Konditionierungsprozesse angelegt.
Vielleicht kennst Du das, dieses besondere Gefühl, wenn Du irgendwo in der Luft den Hauch eines Duftes wahrnimmst, den Du mit einem ganz besonderen Menschen verbindest.
Was können alles Anker sein
Oder ein Lied. Eine Melodie, die sich in dein Unbewusstes gesetzt hat, weil Du sie an einem außergewöhnlichen Ort gehört hast, in einer ganz eigenen Stimmung.
Worte können Anker sein. Alles, was wir sinnlich, also mit unseren Sinnen wahrnehmen, kann als Anker eingesetzt werden.
Ein Bild, eine Berührung, ein Geräusch, ein Geschmack, eine Geste, ein Geruch. Symbole sind ebenso Anker wie die Haltung des Körpers. Gedanken, Gefühle und Orte. All das sind Anker.
Anker können selbst oder von anderen „gesetzt“ werden. Im NLP spricht man von selbst- und Fremdankern.
Wir können uns aus Versehen Anker eingefangen oder anderen versehentlich Anker gesetzt haben.
Wie intensiv ein Anker Wirkung zeigt, kann von verschiedenen Faktoren abhängen.
Ein Anker wird kurz vor dem Höhepunkt einer Erfahrung installiert.
Je intensiver und emotionaler die Erfahrung durchlebt wird.
Der kanadische Psychologe Donald Hebb (1904 - 1985) wies anhand von synaptischen Übertragungen von Neuronen nach: „what fires together, wires together“.
Diese Hebbsche Lernregel ist nicht nur die älteste und einfachste neuronale Lernregel, sie beschreibt das Ankern hervorragend.
Neuronen, die zusammen feuern, verbinden sich und bilden neue Netzwerke.
Hebb gilt als Entdecker der neuronalen Plastizität , die wiederum die neurophysiologische Grundlage von Lernen und Gedächtnis darstellt.
Mit dem sogenannten Abfeuern von Ankern können wir neuronale Veränderungen herbeiführen, weil sich neue neuronale Netzwerke bilden.
Um den bestmöglichen Zustand mit einem enorm wirkungsvollen Anker zu etablieren, gibt es im NLP die TIGER- Formel.
TIGER beschreibt die Wohlgeformtheitskriterien.
TIGER steht für:
Wie Du die wirkungsvollsten Anker mit der TIGER-Strategie setzt.
Am besten setzt Du den Anker, sobald das positive Gefühl KURZ VOR dem Maximum steht. Wenn Du bei Dir beispielsweise einen sogenannten kinästhetischen Anker setzt, das bedeutet mit einer Berührung. Eventuell mit dem Berühren des Ohrläppchens, dann erhöhst Du den Druck mit dem Anstieg der Erregungskurve. Dabei ist es wichtig, dass Du rechtzeitig aufhörst, den Druck wieder wegnimmst, sodass Du nicht den logischen Abstieg der Erregungskurve mit ankerst.
Der Zustand, den Du ankern möchtest, soll unbedingt auf die gewünschte Emotion fokussieren und möglichst keine diffuse Gemengelage von Emotionen zeigen, weil Du ja einen gewünschten Zustand halten möchtest. Sollten noch andere Emotionen im Spiel sein, würden diese mitgeankert werden.
Es ist von großer Wichtigkeit, dass die Anker genau gesetzt und genau wieder abgerufen werde. Wenn der Ort nicht exakt getroffen wird, wird der Anker nicht mit der gewünschten Intensität abgerufen werden können. Er wirkt dann deutlich schwächer.
Wähle einen möglichst einzigartigen Punkt, um Deinen Anker zu speichern. Die Hände empfehlen sich als Speicherpunkt des Ankers eher nicht, weil die Hände so oft berührt werden, dass sich ein Anker dann schnell abnutzt und unwirksam werden könnte. Das Ohrläppchen oder eine besondere Stelle am Oberarm sind gute Orte. Die Ankerpunkte sollen frei von anderen Reizen sein.
Der Zustand, der geankert wird, soll ein rein positives Gefühl sein. Es ist normal, dass wir trotz schöner Gefühle bei etwas Nachspüren auch Traurigkeit oder Melancholie erleben können. Weil dieses Glücksgefühl vorbei ist oder die Menschen, die damit in Verbindung stehen, nicht mehr bei uns sind. Dann sollte ein anderer Zustand geankert werden. Es geht um ein rein positives Glücksgefühl. Ohne Drama und Herzschmerz
Es ist normal, dass sich Anker mit der Zeit abnutzen können .
Deswegen tut es sehr gut, die Anker nicht nur beim Installieren durch Wiederholungen zu festigen, sondern auch zwischendurch immer mal bewusst die Anker mit den Gefühlen wieder aufladen, sodass Sie zur Verfügung stehen, sobald Du sie wirklich brauchst.
Das Anker wirken steht außer Frage. Mit diesem Wissen kannst Du bei Dir nun hilfreiche Anker setzen, die dich unterstützen bei dem, was Du dir wünschst.
Du kannst Dir nun auch unbewusste Anker bewusst machen.
Vielleicht kennst Du das: Du möchtest gerne noch ein paar Pfunde loswerden und aus der Bäckerei duftet es so verführerisch? Das ist ein olfaktorischer Anker. Dem kannst Du einen neuen und unterstützenden Anker entgegensetzten, sodass Du nicht wie ferngesteuert dem Duft folgen brauchst, sondern sofort einen hilfreichen anderen Impuls bekommst.
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Susanna Pursche Hypnose in Hamburg
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